Reichweite und Wirkung
Außenwerbung wird digitaler, aber nicht einfacher
Ströers neue Quartalszahlen zeigen, wie stark digitale Außenwerbung das OOH-Geschäft stützt. Doch DOOH ist mehr als ein Wachstumstreiber.
Jens Voss6 days ago

Ströers jüngste Geschäftszahlen geben einen aktuellen Blick auf die Dynamik in der Außenwerbung. Auf Konzernebene ist der Umsatz im ersten Quartal 2026 organisch nur leicht um 1,1 Prozent auf 496 Millionen Euro gewachsen. Im Segment OoH Media fällt das Plus mit 5,4 Prozent auf 221 Millionen Euro stärker aus. Digitale Außenwerbung legt gegenüber dem Vorjahresquartal um 12 Prozent zu.
Das ist mehr als eine Unternehmenszahl. Ströer zählt zu den prägenden Akteuren im deutschen Außenwerbemarkt. Wenn DOOH dort deutlich stärker wächst als der Konzern insgesamt, lässt sich daran eine breitere Bewegung ablesen: Die Dynamik im OOH-Geschäft liegt zunehmend im digitalen Bereich.
Ströer selbst sieht darin einen zentralen Teil der eigenen Entwicklung: Unternehmensgründer und CEO Udo Müller nennt Digital Out-of-Home den „klaren Wachstumsmotor“ des Kerngeschäfts und verweist darauf, dass Ströer die Transformation in Richtung einer integrierten Plattform vorantreibe.
Auch der Markt wächst digital
Auch Marktdaten für 2025 zeigen, dass digitale Außenwerbung innerhalb des OOH-Markts deutlich schneller wächst als klassische Formate. Laut Media Perspektiven auf Basis der Nielsen-Werbestatistik legte Out-of-Home 2025 brutto um 9,9 Prozent auf 3,557 Milliarden Euro zu. Digitale OOH-Formen wuchsen um 26 Prozent, analoge Außenwerbung ging dagegen leicht zurück. Bruttodaten bilden zwar nicht die tatsächlichen Nettoerlöse der Medien ab, zeigen aber, wohin sich der Werbedruck verschiebt.
Mehr Digitalität, mehr Erklärbedarf
Mit dem digitalen Wachstum verändern sich auch die Erwartungen an Außenwerbung. DOOH lässt sich flexibler buchen und stärker in digitale Kampagnenlogiken einbinden als klassische Plakatflächen. Gleichzeitig bleibt Außenwerbung ein öffentliches Medium: Kontakte entstehen im Raum, nicht auf einem persönlichen Endgerät. Reichweite, Sichtbarkeit und Wirkung müssen deshalb weiterhin erklärt und eingeordnet werden.
Im Zentrum steht die Frage nach dem Messpfad: Welche Daten liegen den Kontakten zugrunde? Was ist gemessen, was modelliert? Und wie werden Reichweite, Frequenz und Wirkung über mehrere Flächen und Zeitfenster hinweg nachvollziehbar gemacht?
DOOH: Wachstum allein reicht nicht
DOOH profitiert damit von zwei Bewegungen zugleich: Außenwerbung bleibt im Werbemarkt sichtbar, während der digitale Teil innerhalb des OOH-Geschäfts schneller wächst. Aus dem klassischen Standortmedium wird aber nicht automatisch ein Kanal, der sich wie Display oder Social auswerten lässt.
Wichtiger wird, wie nachvollziehbar Vermarkter, Agenturen und Werbungtreibende Reichweite, Kontaktqualität und Wirkung erklären können. Ströers Zahlen zeigen das Wachstum. Die nächste Bewährungsprobe liegt darin, diese Reichweite und Wirkung nachvollziehbar zu erklären.
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